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	<title>Gewinn Archive - Kunst &amp; KI</title>
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	<description>Zwischen Inspiration und Irritation</description>
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		<title>Die teure KI-Illusion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 15:47:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum sich der Boom nur deshalb rechnet, weil andere den Preis zahlen: Die Begeisterung für generative Künstliche Intelligenz folgt einem einfachen Narrativ: Milliarden rein, Produktivität raus. Eine technologische Revolution, die sich nur noch rechnen muss. Das Problem: Genau das tut sie in den meisten Fällen nicht. Unternehmen investieren derzeit in einem Tempo, das eher an [&#8230;]</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Warum sich der Boom nur deshalb rechnet, weil andere den Preis zahlen:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begeisterung für generative Künstliche Intelligenz folgt einem einfachen Narrativ: Milliarden rein, Produktivität raus. Eine technologische Revolution, die sich nur noch rechnen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem: Genau das tut sie in den meisten Fällen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen investieren derzeit in einem Tempo, das eher an einen Goldrausch erinnert als an rationale Kapitalallokation. Laut IDC sollten die globalen Ausgaben für KI bis 2025 auf 644 Milliarden US-Dollar steigen. Gleichzeitig zeigt sich hinter den Kulissen ein anderes Bild: Projekte ohne messbaren Effekt, Budgets ohne klare Zielgröße, Strategien ohne belastbare Ergebnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vielbeachtete Untersuchung des MIT aus dem Sommer 2025 bringt es auf einen unbequemen Punkt: 95 Prozent der generativen KI-Pilotprojekte leisten keinen nachweisbaren Beitrag zur Gewinn- und Verlustrechnung. Fünf Prozent erzeugen echten wirtschaftlichen Wert. Der Rest produziert vor allem eines: Kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Ausrutscher. Es ist ein Muster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die aktuelle KI-Euphorie basiert auf einer Rechnung, die so in keiner Bilanz steht. Sie überschätzt systematisch den kurzfristigen Nutzen, unterschätzt langfristige Risiken – und blendet einen entscheidenden Faktor vollständig aus: Ein erheblicher Teil der tatsächlichen Wertschöpfung entsteht dort, wo Unternehmen weder investieren noch kontrollieren. Und ein erheblicher Teil der Kosten fällt dort an, wo sie niemand verbucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Der KI-Boom funktioniert – aber nicht so, wie er erzählt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er funktioniert, weil Produktivität im Schatten entsteht, während Investitionen sichtbar bleiben.<br>Er funktioniert, weil Risiken in die Zukunft verschoben werden.<br>Und er funktioniert, weil ein Teil der Rechnung von Menschen bezahlt wird, die in keiner Kalkulation auftauchen.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Investitionen explodieren, Ergebnisse bleiben aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte Return on Investment (ROI) – also das Verhältnis von Gewinn zu eingesetztem Kapital – ist eigentlich die zentrale Kennzahl jeder Investition. Im Fall von KI wird er erstaunlich oft gar nicht sauber berechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kyndryl Readiness Report 2025 zeigt: Unternehmen haben ihre KI-Ausgaben innerhalb eines Jahres um 33 Prozent erhöht. Gleichzeitig berichten 46 Prozent, keinen positiven ROI zu sehen. 62 Prozent stecken weiterhin in der Experimentierphase fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Prognosen fallen ernüchternd aus. Das Analysehaus Gartner erwartete, dass mindestens 30 Prozent aller GenAI-Projekte bis Ende 2025 nach der Pilotphase eingestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland bildet keine Ausnahme. Eine Studie von Deloitte verortet deutsche Unternehmen mit einer durchschnittlichen Rendite von 27 Prozent innerhalb von ein bis zwei Jahren im Mittelfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Björn Bringmann, Managing Director des Deloitte AI Institute, sagt:<br>„Das volle Potenzial künstlicher Intelligenz wird derzeit nicht ausgeschöpft – unter anderem, weil klare Verantwortlichkeiten, gezielte Investitionen und systematische Qualifizierung fehlen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher wird die Lage beim Institut der deutschen Wirtschaft: 81 Prozent der Unternehmen messen ihren KI-ROI nicht systematisch. Mehr als die Hälfte weiß nicht einmal, welche Anwendungsfälle für sie relevant wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer nicht misst, kann nicht scheitern. Aber er kann auch nicht erfolgreich sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kann nur ausgeben.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Widerspruch der Studien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den ersten Blick passt das alles nicht zusammen. Während das MIT von massiven Fehlinvestitionen spricht, zeichnet eine Studie von IBM ein deutlich optimistischeres Bild.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach berichten 62 Prozent der deutschen und 66 Prozent der europäischen Unternehmen von Produktivitätsgewinnen durch KI. Knapp die Hälfte erwartet, ihre Investitionen innerhalb eines Jahres wieder einzuspielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerspruch ist nur scheinbar einer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">IBM und Deloitte befragen Führungskräfte nach ihren Einschätzungen. Das sind Stimmungsbilder – keine überprüften Geschäftszahlen. Das MIT misst dagegen auf Projektebene, ob tatsächlich ein messbarer Effekt in der Gewinn- und Verlustrechnung entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Hier prallen Erwartung und Realität aufeinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Befund aus der MIT-Untersuchung erklärt, warum diese beiden Welten so weit auseinanderliegen: Während nur rund 40 Prozent der Unternehmen offizielle KI-Tools bereitstellen, nutzen etwa 90 Prozent der Mitarbeiter täglich private Anwendungen wie ChatGPT oder Claude.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Studienteilnehmer formuliert es so:<br>„Unsere Mitarbeiter nutzen ChatGPT privat jeden Tag für die Arbeit. Offiziell existiert das nicht, aber in der Praxis ist es effektiver als unsere lizenzierten Tools.“</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schatten-Produktivität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist mehr als eine Anekdote. Es ist ein strukturelles Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Produktivitätsgewinne durch KI existieren. Aber sie entstehen oft außerhalb der offiziellen Systeme. Mitarbeiter automatisieren Aufgaben, formulieren Texte, analysieren Daten – mit privaten Accounts, ohne dass diese Effizienzgewinne irgendwo erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation zahlt für eigene Lösungen. Der tatsächliche Nutzen entsteht daneben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist eine paradoxe Situation:<br>Die Kosten sind sichtbar. Der Nutzen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder zugespitzt:<br>Unternehmen finanzieren eine Produktivitätsrevolution, die sie weder messen noch kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese „Schatten-KI“ ist kein Randphänomen. Sie ist derzeit der Normalfall.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Mythos vom Eigenbau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion darauf versuchen viele Unternehmen, die Kontrolle zurückzugewinnen – indem sie eigene KI-Lösungen entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch hier zeigt sich: Die Rechnung geht selten auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MIT-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eingekaufte Lösungen in rund zwei Dritteln der Fälle funktionieren, während Eigenentwicklungen deutlich häufiger scheitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aditya Challapally, Hauptautor der Untersuchung, sagt:<br>„In fast allen Unternehmen wurde versucht, eigene Tools zu bauen. Aber die Daten zeigen, dass zugekaufte Lösungen zuverlässiger funktionieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlussfolgerung scheint klar: kaufen statt bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch das ist eine Verkürzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wer kauft, kauft nicht nur Technologie – sondern auch Abhängigkeit. Datenflüsse, Preismodelle, Weiterentwicklung: All das liegt bei externen Anbietern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bestätigt indirekt auch die IBM-Studie. Zwei Drittel der Unternehmen nennen Sicherheits- und Vertrauensprobleme als größte Herausforderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rolf Löwisch, Head of AI bei IBM DACH, formuliert es so:<br>„Der wahre Wert von KI liegt in der strategischen Transformation von Unternehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage bleibt: Wer steuert diese Transformation – das Unternehmen selbst oder der Anbieter?</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die unsichtbaren Kosten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielleicht größte Leerstelle in der gesamten Debatte liegt jedoch außerhalb der Unternehmensbilanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes große KI-Modell – ob von OpenAI, Google oder Meta – basiert auf massiver menschlicher Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Millionen sogenannter Datenarbeiter sortieren Inhalte, bewerten Antworten und filtern problematische Daten heraus. Sie sehen Gewalt, Missbrauch und Extremismus – damit Maschinen diese Inhalte später nicht reproduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltbank schätzt, dass weltweit zwischen 154 und 435 Millionen Menschen in Online-Gig-Arbeit tätig sind. Viele verdienen dabei zwischen 1,50 und 2 US-Dollar pro Stunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kenianische Aktivistin Nerima Wako-Ojiwa beschreibt diese Realität so:<br>„Ehrlich gesagt fühlt es sich an wie moderne Sklaverei. Es ist billige Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weiter:<br>„Viele Unternehmen tun hier Dinge, die sie in ihren eigenen Ländern niemals tun würden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fairwork-Projekt der University of Oxford hat Plattformarbeit in diesem Bereich untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis: Kaum eine Plattform erfüllt grundlegende Standards bei Bezahlung, Sicherheit und Mitbestimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Studie der Organisation Equidem dokumentiert zudem zahlreiche Fälle psychischer Belastung – verursacht durch die tägliche Konfrontation mit extremen Inhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adio Dinika vom Distributed AI Research Institute sagt:<br>„Wenn Probleme öffentlich werden, trifft es meist die Zwischenhändler – nicht die Unternehmen, die am meisten profitieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lieferkette bleibt bewusst intransparent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau deshalb tauchen diese Kosten in keiner ROI-Berechnung auf.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Eine verzerrte Gesamtrechnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Debatte über den wirtschaftlichen Nutzen von KI ist unvollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie unterschätzt systematisch drei Dinge:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens die Schatten-Produktivität, die außerhalb offizieller Systeme entsteht.<br>Zweitens die langfristigen Risiken – Abhängigkeiten, Sicherheitsfragen, regulatorische Unsicherheiten.<br>Drittens die ausgelagerten Kosten – in Form prekärer Arbeit und psychischer Belastung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist eine verzerrte Rechnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was als Effizienzgewinn erscheint, ist in Teilen eine Verschiebung:<br>von Kontrolle nach außen,<br>von Kosten in andere Regionen,<br>von Verantwortung in intransparente Strukturen.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Solange sich daran nichts ändert, ist die KI-Revolution kein Fortschritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern ein Verschieben von Grenzen – ökonomisch, politisch und moralisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie bei jeder Verschiebung bleibt am Ende nur eine Frage:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer gewinnt – und wer hat keine Stimme?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort entscheidet, ob KI Wert schafft – oder nur Kosten besser versteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechnung der KI-Euphorie geht auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur nicht für alle.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>MIT NANDA – <em>The GenAI Divide: State of AI in Business 2025</em></li>



<li>Kyndryl – <em>Readiness Report 2025</em></li>



<li>Deloitte &#8211; https://www2.deloitte.com/</li>



<li>IBM &#8211; https://www.ibm.com/reports</li>



<li>Institut der deutschen Wirtschaft &#8211; https://www.iwkoeln.de/</li>



<li>Gartner &#8211; https://www.gartner.com/</li>



<li>Weltbank &#8211; https://www.worldbank.org/</li>



<li>Oxford Universität &#8211; https://fair.work/</li>



<li>Equidem &#8211; https://equidem.org/</li>



<li>CBS News / 60 Minutes – Bericht zu KI-Arbeitern in Kenia</li>



<li>Rest of World &#8211; https://restofworld.org/</li>



<li>Brookings Institution &#8211; https://www.brookings.edu/</li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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