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	<title>Journalismus Archive - Kunst &amp; KI</title>
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	<description>Zwischen Inspiration und Irritation</description>
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	<title>Journalismus Archive - Kunst &amp; KI</title>
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		<title>KI im Journalismus: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Technik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 19:27:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum künstliche Intelligenz eine institutionelle Herausforderung für Redaktionen ist: Die Diskussion über künstliche Intelligenz im Journalismus wird meist technisch geführt. Kann KI Texte schreiben? Wird sie Journalisten ersetzen? Wie zuverlässig sind automatisierte Systeme? Doch diese Fragen greifen zu kurz. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, was KI kann, sondern unter welchen institutionellen Bedingungen sie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kunstundki.de/2026/03/13/ki-im-journalismus-das-eigentliche-problem-liegt-nicht-in-der-technik/">KI im Journalismus: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Technik</a> erschien zuerst auf <a href="https://kunstundki.de">Kunst &amp; KI</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Warum künstliche Intelligenz eine institutionelle Herausforderung für Redaktionen ist:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion über künstliche Intelligenz im Journalismus wird meist technisch geführt. Kann KI Texte schreiben? Wird sie Journalisten ersetzen? Wie zuverlässig sind automatisierte Systeme? Doch diese Fragen greifen zu kurz. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, <strong>was KI kann</strong>, sondern <strong>unter welchen institutionellen Bedingungen sie eingesetzt wird</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Philosoph und Publizist Dr. Michael Andrick hat diese Debatte kürzlich zugespitzt. In einem Feuilletonbeitrag beim Kulturradio des öffentlich-rechtlichen Senders Deutschlandfunk Kultur formulierte er eine provokante These: Der Einsatz von KI im Journalismus sollte tabu sein. Die Forderung hat viele Journalisten irritiert – und zugleich eine Diskussion ausgelöst, die weit über Technikfragen hinausweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn hinter Andricks Argument steht eine grundlegendere Sorge: <strong>Was geschieht mit einem Beruf, wenn seine zentrale Tätigkeit – das Denken und Formulieren – zunehmend automatisiert wird?</strong></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kern von Andricks Kritik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Andricks Ausgangspunkt ist eine einfache Beobachtung. Journalistische Arbeit besteht nicht nur darin, Informationen zu sammeln, sondern vor allem darin, <strong>sie zu verstehen und sprachlich zu gestalten</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn KI genau diese Schritte übernimmt – etwa das Zusammenfassen von Dokumenten oder das Formulieren eines Textes –, verändert sich die Rolle des Journalisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir zentrale geistige Tätigkeiten auslagern, verlieren wir sie auch“, argumentiert Andrick sinngemäß. Seine Sorge lautet, dass der Journalismus Gefahr läuft, seine intellektuelle Grundlage zu untergraben, wenn Maschinen zunehmend die eigentliche Denk- und Schreibarbeit übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Journalist würde dann nicht mehr primär denken und formulieren, sondern Maschinenoutput prüfen und redigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt zunächst wie eine klassische Kulturkritik an neuer Technologie. Doch Andricks Argument berührt eine tiefer liegende Frage: <strong>Was ist eigentlich die unersetzbare Kompetenz des Journalismus?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Maschinen Informationen zusammenstellen und Texte formulieren können, bleibt dann noch ein klarer Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und automatisierter Textproduktion?</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Journalismus als Praxis des Denkens</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Andricks Argument richtet sich gegen eine Vorstellung, die in vielen KI-Debatten verbreitet ist: die Idee, Schreiben sei eine rein technische Tätigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Sichtweise ist ein Text lediglich ein Produkt, das möglichst effizient hergestellt werden soll. Ob ein Mensch oder eine Maschine ihn erzeugt, erscheint zweitrangig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade diese Vorstellung weist Andrick zurück. Schreiben sei nicht bloß die letzte Stufe eines Arbeitsprozesses, sondern selbst <strong>ein Denkprozess</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Journalisten kennen diese Erfahrung: Erst im Schreiben klären sich Argumente, entstehen Zusammenhänge und wird sichtbar, welche Informationen wirklich relevant sind.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Philosoph Michael Andrick formuliert diese Sorge zugespitzt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir zentrale geistige Tätigkeiten an Maschinen delegieren, verlieren wir sie auch.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Schreiben ist nicht nur Darstellung, sondern Teil der Erkenntnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dieser Prozess an KI delegiert wird, könnte der journalistische Beruf seine intellektuelle Substanz verlieren.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gegenargumente: KI als Werkzeug</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wird Andricks Tabu-Forderung von vielen Medienpraktikern kritisiert. Ihr Einwand lautet: <strong>Journalismus war schon immer technikgestützt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Werkzeuge haben journalistische Arbeit kontinuierlich verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schreibmaschine beschleunigte das Schreiben.<br>Das Tonbandgerät erleichterte Interviews.<br>Computer und Internet revolutionierten Recherche und Produktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum jemand würde heute ernsthaft fordern, diese Technologien wieder abzuschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Perspektive ist KI schlicht ein weiteres Werkzeug. Sie kann repetitive Aufgaben übernehmen und Journalisten entlasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Redaktionen experimentieren bereits damit, etwa bei der Transkription von Interviews, der Analyse großer Dokumentenmengen oder der automatischen Zusammenfassung von Berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Medienforscher Charlie Beckett von der London School of Economics formuliert diese Position pragmatisch:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Künstliche Intelligenz wird den Journalismus nicht ersetzen – aber Journalisten, die KI nutzen, werden diejenigen ersetzen, die es nicht tun.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Botschaft lautet: Nicht KI bedroht den Journalismus, sondern der Verzicht auf technologische Innovation.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Automatisierter Journalismus ist kein neues Phänomen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Automatisierte Textproduktion wird im Journalismus bereits seit Jahren eingesetzt. Besonders verbreitet ist sie im sogenannten <strong>Automated Journalism</strong>, etwa bei Sportberichten, Finanzmeldungen oder Wahlresultaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachrichtenagentur Associated Press nutzt automatisierte Systeme, um Tausende Unternehmensberichte pro Quartal zu veröffentlichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vertreter der Agentur erklärte dazu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Automatisierung ermöglicht es uns, deutlich mehr Meldungen zu produzieren und Reporter für komplexere Berichterstattung freizumachen.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Perspektive dient Automatisierung nicht dazu, Journalisten zu ersetzen, sondern ihre Arbeit zu erweitern. Befürworter argumentieren entsprechend, dass KI journalistische Qualität sogar verbessern könne. Sie könne große Datenmengen analysieren, umfangreiche Dokumente schneller auswerten und Rechercheprozesse beschleunigen. Gerade im Datenjournalismus eröffnen solche Technologien neue Möglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Kritiker weisen darauf hin, dass Effizienzgewinne selten automatisch zu Qualitätsgewinnen führen. Die Geschichte der Medienproduktion zeigt vielmehr ein anderes Muster: Wenn Technologien Arbeit beschleunigen, wird die gewonnene Zeit häufig nicht in tiefere Recherche investiert, sondern in <strong>mehr Output</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade im digitalen Journalismus ist diese Entwicklung deutlich sichtbar. Redaktionen sind vielerorts kleiner geworden, während gleichzeitig der Veröffentlichungsrhythmus schneller geworden ist. Einzelne Journalisten produzieren heute oft deutlich mehr Texte als noch vor wenigen Jahrzehnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Technologische Effizienz führt unter diesen Bedingungen nicht unbedingt zu Entlastung, sondern häufig zu einer <strong>Verdichtung der Arbeit</strong>. Der Medienhistoriker Jay Rosen beschreibt diese Dynamik so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Jede neue Effizienz im Journalismus wird am Ende vom Bedarf nach noch mehr Inhalt aufgezehrt.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Effizienz wird selten in Ruhe oder Reflexion übersetzt – sondern in zusätzliche Produktion.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Werkzeuge zu Normen werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem besteht darin, dass Technologien selten optional bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald eine Redaktion mithilfe von KI effizienter arbeitet, entsteht ein Wettbewerbsdruck für andere Medienhäuser. Wer langsamer produziert oder auf Automatisierung verzichtet, könnte im digitalen Nachrichtenstrom an Sichtbarkeit verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verwandelt sich ein Werkzeug schleichend in eine <strong>neue Norm der Produktion</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung über den KI-Einsatz wird dann nicht mehr primär journalistisch oder ethisch getroffen, sondern wirtschaftlich.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Eine weitere Gefahr: die Glättung des Diskurses</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte über KI im Journalismus konzentriert sich häufig auf Arbeitsplätze, Effizienz oder redaktionelle Abläufe. Doch damit ist ein möglicher Effekt noch nicht erfasst: <strong>die Veränderung der Sprache selbst</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Risiko eines Verlusts individueller Denk- und Schreibpraxis könnte KI langfristig auch den öffentlichen Diskurs verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Große Sprachmodelle erzeugen Texte nicht aus eigener Erfahrung oder Überzeugung, sondern aus statistischen Mustern. Sie analysieren, welche Formulierungen häufig zusammen auftreten, und berechnen daraus wahrscheinliche sprachliche Fortsetzungen. Das Ergebnis wirkt oft überraschend kohärent, ausgewogen und professionell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade darin liegt jedoch eine mögliche Gefahr: Solche Systeme tendieren dazu, <strong>sprachliche Mittelwerte</strong> zu reproduzieren. Ungewöhnliche Formulierungen, radikale Perspektiven oder stilistische Eigenheiten werden tendenziell geglättet. Die Sprache wird konsensfähiger, neutraler, berechenbarer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein möglicher Rückkopplungseffekt. Sprachmodelle werden mit bereits existierenden Texten trainiert. Wenn künftig immer mehr Texte mithilfe solcher Systeme entstehen, fließen diese wiederum in neue Trainingsdaten ein. Der Diskurs beginnt dann gewissermaßen, sich selbst zu spiegeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Philosoph Byung-Chul Han hat eine ähnliche Dynamik bereits lange vor der aktuellen KI-Debatte beschrieben. In seinen Analysen digitaler Kommunikationsräume argumentiert er, dass diese zur <strong>Nivellierung von Differenz</strong> tendieren. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Transparenzgesellschaft ist eine Gesellschaft der Gleichheit“, schreibt Byung-Chul Han. </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeint ist damit nicht soziale Gleichheit, sondern eine Öffentlichkeit, in der Unterschiede, Fremdheit und Widerspruch zunehmend verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Digitale Öffentlichkeit begünstigt Formen der Kommunikation, die möglichst anschlussfähig, transparent und konfliktarm sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überträgt man diesen Gedanken auf KI-generierte Sprache, könnte eine neue Form der Harmonisierung entstehen: Der Diskurs wird nicht offen zensiert, sondern <strong>statistisch geglättet</strong>. Unterschiede verschwinden nicht abrupt, sondern verlieren langsam ihre sprachliche Schärfe.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Das Positive glättet den Diskurs“, so Byung-Chul Han treffend.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade für den Journalismus wäre das eine paradoxe Entwicklung. Denn eine lebendige Öffentlichkeit lebt nicht nur von Information, sondern auch von <strong>Reibung, Perspektivvielfalt und sprachlicher Eigenständigkeit</strong>.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Frage der Autorschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Aspekt, der in der Debatte oft unterschätzt wird, betrifft die <strong>Autorschaft journalistischer Texte</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Journalismus lebt von individueller Verantwortung. Ein Artikel trägt den Namen eines Autors, der für seine Aussagen einsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Texte jedoch teilweise von Maschinen erzeugt werden, wird diese Zuordnung komplizierter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer ist der Autor eines Textes, der von einem Journalisten recherchiert, von einer KI strukturiert und anschließend redigiert wurde?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Philosophin Hannah Arendt schrieb einmal:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Denken und Schreiben sind Tätigkeiten, die Verantwortung erzeugen.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Schreiben zunehmend automatisiert wird, könnte sich auch das Verhältnis zwischen Text und Verantwortung verändern.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die eigentliche Erkenntnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Punkt zeigt sich, warum die KI-Debatte im Journalismus nicht allein technisch geführt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob KI die Qualität des Journalismus verbessert oder schwächt, hängt weniger von der Technologie selbst ab als von den <strong>institutionellen Bedingungen ihres Einsatzes</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidenden Fragen lauten daher: Wofür wird die durch KI entstehende Effizienz genutzt? Wird sie in Recherche und Qualität investiert oder in Produktionssteigerung? Stabilisiert sie journalistische Arbeit – oder ersetzt sie sie?</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Kulturkritik und Technikoptimismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte um KI im Journalismus bewegt sich damit zwischen zwei Polen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der einen Seite steht eine kulturkritische Position wie die von Michael Andrick, die vor der Aushöhlung geistiger Arbeit warnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite steht ein technikoptimistischer Ansatz, der KI als unvermeidliches Werkzeug betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Perspektiven enthalten wichtige Einsichten – und beide greifen allein genommen zu kurz.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die KI-Debatte im Journalismus berührt damit zwei unterschiedliche Risiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste betrifft die Praxis des Schreibens selbst: Wenn Maschinen zentrale Formulierungsarbeit übernehmen, könnten Journalisten jene Denk- und Sprachfähigkeiten weniger trainieren, die ihren Beruf ausmachen – eine Sorge, die Michael Andrick formuliert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite betrifft die Struktur des Diskurses: Wenn immer mehr Texte aus statistischen Sprachmustern entstehen, könnte die öffentliche Sprache selbst homogener, vorsichtiger und berechenbarer werden – eine Entwicklung, die sich mit den Analysen von Byung-Chul Han über digitale Öffentlichkeit verbinden lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Risiken weisen letztlich in dieselbe Richtung. Die entscheidende Frage lautet nicht nur, <strong>was künstliche Intelligenz kann</strong>, sondern <strong>wie Institutionen mit ihr umgehen</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob KI zu besseren Recherchen und stärkerem Journalismus führt – oder zu standardisierter Sprache und wachsendem Produktionsdruck –, entscheidet sich nicht im Algorithmus. Es entscheidet sich in den Redaktionen.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Andrick: „Künstliche Intelligenz im Journalismus – Sollte der Einsatz von KI ein Tabu sein?“ – Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur. <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/kuenstliche-intelligenz-im-journalismus-sollte-der-einsatz-von-ki-ein-tabu-sein-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/kuenstliche-intelligenz-im-journalismus-sollte-der-einsatz-von-ki-ein-tabu-sein-100.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Charlie Beckett: JournalismAI-Projekt, London School of Economics. <a href="https://www.journalismai.info">https://www.journalismai.info</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Associated Press: Einführung automatisierter Unternehmensberichte mit der Software Wordsmith (Automated Insights). <a href="https://www.ap.org/">https://www.ap.org/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jay Rosen: Medienwissenschaftler an der New York University, Analysen zur Transformation des digitalen Journalismus. <a href="https://journalism.nyu.edu/faculty/jay-rosen/">https://journalism.nyu.edu/faculty/jay-rosen/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichte über automatisierten Journalismus u. a. bei Nieman Lab (Harvard University) und The Verge. <a href="https://niemanlab.org/">https://niemanlab.org/</a> <a href="https://www.theverge.com/">https://www.theverge.com/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Byung-Chul Han: <em>Transparenzgesellschaft</em>. Berlin: Matthes &amp; Seitz, 2012.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Byung-Chul Han: <em>Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken</em>. S. Fischer, Frankfurt am Main 2014.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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		<title>Die gefährliche Verwechslung von Bild und Wirklichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 09:01:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum das KI-Video im ZDF „heute journal“ kein Betriebsunfall war – sondern ein Alarmsignal für den Journalismus: Es gibt journalistische Fehler. Und es gibt Momente, in denen ein Medium unfreiwillig offenlegt, dass sich gerade etwas Grundsätzliches verändert hat. Der Einsatz eines nicht gekennzeichneten KI-Videos im ZDF-„heute journal“ gehört zur zweiten Kategorie. Denn hier ging es [&#8230;]</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Warum das KI-Video im ZDF „heute journal“ kein Betriebsunfall war – sondern ein Alarmsignal für den Journalismus:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt journalistische Fehler. Und es gibt Momente, in denen ein Medium unfreiwillig offenlegt, dass sich gerade etwas Grundsätzliches verändert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einsatz eines nicht gekennzeichneten KI-Videos im <strong>ZDF-„heute journal“</strong> gehört zur zweiten Kategorie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn hier ging es nicht um eine falsche Zahl, eine missverständliche Formulierung oder eine zu schnelle Nachricht. Das ZDF zeigte in einer politischen Nachrichtensendung ein Ereignis, das nie stattgefunden hat — und bemerkte offenbar selbst nicht sofort, wie gravierend dieser Schritt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein gewöhnlicher Fehler. Es ist ein Warnsignal.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ein politischer Bericht – mit erfundener Realität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beitrag behandelte Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE und deren Auswirkungen auf Migrantenfamilien. Ein klassisches außenpolitisches Thema, emotional aufgeladen, gesellschaftlich umstritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb dieses Berichts lief eine Szene, die eine Festnahme darstellen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später stellte sich heraus: Das Video war KI-generiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ZDF räumte ein, die Sequenz hätte als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden müssen. Man habe einen Fehler gemacht. (Deutschlandfunk)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die entscheidende Frage lautet nicht, <strong>ob</strong> ein Fehler passiert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern:<br><strong>Wie konnte ein Nachrichtenformat überhaupt an den Punkt gelangen, ein künstliches Ereignis zu senden?</strong></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Ironie, die alles verschärfte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorgang wäre schon problematisch genug gewesen. Aber die Dramaturgie machte ihn zu einem symbolischen Desaster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz zuvor warnte die Moderation davor, dass im Internet viele manipulierte Videos kursierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann sendete das „heute journal“ selbst eines.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ironie ist keine Pointe — sie ist der Kern des Problems. Denn sie zeigt, dass hier nicht nur eine Kennzeichnung fehlte. Offenbar fehlte das Bewusstsein dafür, dass sich die redaktionelle Logik gerade verschoben hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Medium, das Fake von Realität unterscheiden soll, verlor selbst kurzzeitig diese Unterscheidung.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Mythos vom „technischen Fehler“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst erklärte das ZDF, die Kennzeichnung sei aus technischen Gründen nicht erfolgt. Später wurde klar: Neben dem KI-Clip war auch ein reales Video falsch zugeordnet worden. Ein zweiter Fehler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus einem technischen Problem wurde eine <strong>Fehlerkette</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Kontrollinstanzen — Redaktion, Abnahme, Sendungsverantwortliche — hatten das Material passieren lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Moment, in dem die Erklärung „Panne“ nicht mehr reicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Technik produziert keine Nachrichtenbeiträge. Menschen tun es.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Nachrichtenbilder sind keine Illustration</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Journalismus beruht auf einem stillen Vertrag mit seinem Publikum:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was gezeigt wird, hat stattgefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Grundsatz unterscheidet Nachrichten von Dokumentation, Unterhaltung oder politischer Kommunikation. Ein Nachrichtenbild ist kein Symbol. Es ist ein Beleg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit generativer KI entsteht erstmals die Möglichkeit, diese Logik zu unterlaufen — nicht durch Lüge, sondern durch Bequemlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fehlen reale Bilder, kann man heute welche erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau hier liegt die Versuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht Propaganda.<br>Nicht böse Absicht.<br>Sondern etwas Gefährlicheres: <strong>Normalisierung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn KI-Material als „veranschaulichend“ akzeptiert wird, verschiebt sich unmerklich die Rolle des Journalismus — vom Beobachter zum Gestalter von Wirklichkeit.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum gerade Migration alles explodieren ließ</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass der Vorfall in einem Beitrag über Migration geschah, war kein Zufall, sondern ein Verstärker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Migration ist eines der politisch polarisiertesten Themen unserer Zeit. Bilder von Festnahmen, Familien oder Kindern wirken unmittelbarer als jede Statistik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein künstlich erzeugtes Bild in diesem Kontext wird zwangsläufig politisch gelesen — selbst dann, wenn es nur illustrativ gemeint war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorwurf lautete deshalb nicht: Das ZDF wollte manipulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorwurf lautete:<br>Das ZDF hat nicht verstanden, dass ein künstliches Bild in einer Nachrichtensendung automatisch politische Wirkung entfaltet.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Öffentlich-rechtlicher Anspruch, öffentlich-rechtliches Risiko</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Privatsender hätte den Schaden möglicherweise überstanden wie viele Fernsehpannen zuvor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim ZDF ist die Lage anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffentlich-rechtlicher Journalismus beansprucht moralische Autorität. Er wird durch Gebühren finanziert, weil er mehr sein soll als Marktfernsehen — verlässlicher, nüchterner, überprüfbarer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb trifft ihn der Vorfall härter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wenn ein öffentlich finanzierter Sender beginnt, Realität visuell zu rekonstruieren, entsteht eine gefährliche Frage:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worin unterscheidet sich Nachricht dann noch von Narration?</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die eigentliche Krise: KI trifft Produktionsdruck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Skandal sagt weniger über KI aus als über den Zustand moderner Nachrichtenproduktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Redaktionen stehen unter permanentem Druck:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>schneller senden,</li>



<li>visuell erzählen,</li>



<li>online konkurrenzfähig bleiben,</li>



<li>Aufmerksamkeit erzeugen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">KI löst dabei ein praktisches Problem: Sie liefert Bilder, wo keine existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schritt erscheint klein. Ein Clip hier, eine Illustration dort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Journalismus funktioniert nicht über Absichten, sondern über Prinzipien. Und eines dieser Prinzipien lautet: Nachrichten erzeugen keine Realität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ZDF-Fall zeigt, wie schnell diese Grenze im Alltag verschwinden kann.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die falsche Debatte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Vorfall wird gefragt, ob KI im Journalismus erlaubt sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die falsche Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die richtige lautet:<br><strong>Gibt es Bereiche, in denen KI grundsätzlich nichts verloren hat?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Politische Nachrichten gehören sehr wahrscheinlich dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn das Publikum kann nicht gleichzeitig aufgefordert werden, Medien zu vertrauen — und zugleich akzeptieren, dass gezeigte Szenen möglicherweise nie existiert haben.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Schaden entsteht nicht durch Manipulation, sondern durch Zweifel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das Bemerkenswerteste an diesem Skandal, dass niemand ernsthaft eine gezielte Täuschungsabsicht nachweisen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem entstand ein massiver Vertrauensverlust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt eine neue Realität des Medienzeitalters:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glaubwürdigkeit zerbricht nicht erst bei Lügen.<br>Sie zerbricht bereits bei Zweifel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald Zuschauer fragen müssen, ob ein Bild echt ist, hat Journalismus einen Teil seiner Autorität verloren.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Konsequenzen jenseits des ZDF</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die schnelle Abberufung einer Korrespondentin und angekündigte Schulungen lösen das strukturelle Problem nicht. Der Fehler war kein individuelles Versagen allein, sondern Ausdruck eines Systems im Übergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Redaktionen stehen vor derselben Entscheidung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Entweder sie ziehen eine harte Grenze gegenüber KI-Simulationen,</li>



<li>oder Nachrichten verwandeln sich schrittweise in visuell überzeugte Erzählungen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der ZDF-Vorfall macht sichtbar, dass diese Entscheidung nicht theoretisch ist. Sie wird bereits täglich getroffen — manchmal unbemerkt.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Moment der Selbstentlarvung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht wird man diesen Fall später nicht als Skandal erinnern, sondern als Offenbarung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er zeigte, dass Journalismus im KI-Zeitalter nicht mehr nur Informationen prüfen muss, sondern Realität selbst verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Gefahr liegt dabei nicht in gezielter Propaganda, sondern im Verlust professioneller Instinkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Redaktionen beginnen zu denken: <em>Das Bild zeigt zwar nicht genau dieses Ereignis, aber es steht dafür</em>, dann hat sich die Logik bereits verschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann ersetzt Plausibilität Wahrheit.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Der Punkt ohne „Aber“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der ZDF-Fall zwingt zu einer einfachen Erkenntnis:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachrichten dürfen analysieren, kommentieren, kritisieren — aber sie dürfen keine Ereignisse visualisieren, die nie stattgefunden haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt hier tatsächlich kein „aber“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn sobald Journalismus beginnt, Wirklichkeit zu simulieren, verliert er seine wichtigste Funktion: Orientierung in einer komplexen Welt zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Skandal war daher nicht das KI-Video selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern der kurze Moment, in dem ein traditionsreiches Nachrichtenformat offenbar vergaß, warum Nachrichten überhaupt existieren.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschlandfunk – <em>ZDF räumt Fehler bei Verwendung KI-generierter Bilder ein</em><br><a href="https://www.deutschlandfunk.de/zdf-raeumt-fehler-bei-verwendung-ki-generierter-bilder-ein-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/zdf-raeumt-fehler-bei-verwendung-ki-generierter-bilder-ein-100.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Übermedien – <em>Die falschen ICE-Videos im „heute journal“</em><br><a href="https://uebermedien.de/114229/die-falschen-ice-videos-im-heute-journal-und-die-katastrophale-reaktion-des-zdf/">https://uebermedien.de/114229/die-falschen-ice-videos-im-heute-journal-und-die-katastrophale-reaktion-des-zdf/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt – <em>ZDF verwendet KI-Bilder im heute journal</em><br><a href="https://www.welt.de/kultur/medien/article699413fecb2e61df38756a30/">https://www.welt.de/kultur/medien/article699413fecb2e61df38756a30/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">taz – <em>Mit dem Zweiten … sieht man KI-Videos</em><br><a href="https://taz.de/heute-journal-zu-ICE/%216155436/">https://taz.de/heute-journal-zu-ICE/%216155436/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tagesspiegel – <em>KI-Video statt realer Aufnahmen</em><br><a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/ki-video-statt-realer-aufnahmen-was-uber-die-fehler-im-heute-journal-des-zdf-bekannt-ist-15264333.html">https://www.tagesspiegel.de/kultur/ki-video-statt-realer-aufnahmen-was-uber-die-fehler-im-heute-journal-des-zdf-bekannt-ist-15264333.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kölner Stadt-Anzeiger – <em>ZDF entschuldigt sich nach KI-Video</em><br><a href="https://www.ksta.de/kultur-medien/zdf-verwendet-ki-video-und-entschuldigt-sich-kritik-von-kubicki-1-1223206">https://www.ksta.de/kultur-medien/zdf-verwendet-ki-video-und-entschuldigt-sich-kritik-von-kubicki-1-1223206</a></p>
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		<title>Widerstand gegen die Maschine</title>
		<link>https://kunstundki.de/2025/09/21/widerstand-gegen-die-maschine/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Sep 2025 10:06:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[AI]]></category>
		<category><![CDATA[Datenraub]]></category>
		<category><![CDATA[Debatten]]></category>
		<category><![CDATA[Demo]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Protestaktionen weltweit und in Deutschland den Umgang mit Künstlicher Intelligenz herausfordern: Künstliche Intelligenz (KI) gilt vielen als Motor von Innovation und Fortschritt. Doch je stärker die Systeme in unseren Alltag, in Politik, Kultur und Wirtschaft eingreifen, desto lauter werden auch die Stimmen des Protests. Von London bis Berlin, von New York bis Grünheide formieren [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Wie Protestaktionen weltweit und in Deutschland den Umgang mit Künstlicher Intelligenz herausfordern:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz (KI) gilt vielen als Motor von Innovation und Fortschritt. Doch je stärker die Systeme in unseren Alltag, in Politik, Kultur und Wirtschaft eingreifen, desto lauter werden auch die Stimmen des Protests. Von London bis Berlin, von New York bis Grünheide formieren sich Künstler:innen, Bürgerrechtsgruppen und Umweltschützer:innen, die vor den Risiken der Technologie warnen und klare Grenzen einfordern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Künstler:innen weltweit gegen den „Datenraub“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der sichtbarsten globalen Aktionen kam aus der Musikszene: Über <strong>1.000 Künstler:innen in Großbritannien</strong> veröffentlichten 2025 ein „<strong>stilles Album</strong>“ auf Spotify und Apple Music – jede Spur 30 Sekunden absolute Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Musikerin <strong>Imogen Heap</strong>, eine Mitinitiatorin, erklärte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind keine Datenquelle, wir sind Menschen. Wenn unsere Stimmen und Melodien in Maschinen verschwinden, ohne dass wir zustimmen oder beteiligt werden, verlieren wir unsere Kunst.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den USA haben sich prominente Autor:innen gegen den Einsatz ihrer Texte in KI-Modellen gewehrt. Der Schriftsteller <strong>Jonathan Franzen</strong> formulierte es so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„KI ist wie ein gigantischer Staubsauger für geistiges Eigentum. Sie saugt alles auf – und hinterlässt leere Räume dort, wo Kreativität war.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell sorgt auch die Band <strong>Massive Attack</strong> für Schlagzeilen: Sie zog ihre Musik von Spotify zurück – aus Protest gegen Investitionen von CEO Daniel Ek in militärische KI-Projekte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Proteste gegen KI-Überwachung und Kriegstechnologie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Medienwirksam war auch der Protest in <strong>Genf</strong> während des „AI for Good Summit“ 2024. Aktivist:innen hielten Schilder mit der Aufschrift <em>„AI for War“</em> in die Kameras. Eine Sprecherin der Gruppe erklärte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Solange Unternehmen wie Google und Microsoft an Projekten mit militärischem Nutzen beteiligt sind, ist KI nicht ‚for good‘ – sondern ein Werkzeug des Krieges.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland warnt die NGO <strong>AlgorithmWatch</strong> seit Jahren vor biometrischer Überwachung. Sprecherin <strong>Angela Müller</strong> sagte im Frühjahr 2025:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ist das Ende der Anonymität. Wer auf einer Demo steht, darf nicht für immer in Datenbanken landen.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch global formieren sich Bewegungen wie die Kampagne <strong>„Stop Killer Robots“</strong>, die ein internationales Verbot autonomer Waffensysteme fordert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Arbeitskämpfe: Wenn KI Jobs ersetzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neben kulturellen und ethischen Fragen geht es zunehmend auch um Arbeitsplätze. <strong>TikTok-Moderator:innen in Berlin</strong> traten 2025 in den Streik, nachdem ihre Stellen durch KI-gestützte Moderationssysteme bedroht waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch drastischer agierten Aktivist:innen in London und den USA: Sie traten im September 2025 in den <strong>Hungerstreik</strong> vor den Büros von <strong>DeepMind</strong> und <strong>Anthropic</strong> – mit der Forderung, die Entwicklung besonders mächtiger KI-Systeme zu pausieren, bis deren Sicherheit geprüft ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Umwelt und Energiehunger der KI im Fokus</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ökologischen Folgen der KI werden zunehmend zum Thema. In <strong>Grünheide bei Berlin</strong>, wo Tesla seine Gigafactory betreibt, sprechen Aktivist:innen offen von einer „Digitalisierung auf Kosten der Natur“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative <strong>„Tesla stoppen“</strong> schreibt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Der Wasserverbrauch dieser Fabrik ist gigantisch. Wenn jetzt noch Rechenzentren dazukommen, die KI antreiben, trocknet unsere Region buchstäblich aus.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Stimmen werden international laut. In <strong>Dublin</strong> blockierten Aktivist:innen 2024 den Bau eines neuen Rechenzentrums. Einer von ihnen erklärte gegenüber der Presse:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir können nicht gleichzeitig Klimaneutralität versprechen und Energie-Monster wie diese bauen. KI braucht Strom – und dieser Strom fehlt dann woanders.“</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Medien und Demokratie im Spannungsfeld</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medienbranche erhebt ebenfalls ihre Stimme. In Berlin kritisierte eine Allianz aus Verlagen und Sendern Googles neue KI-Zusammenfassungen („AI Overviews“).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sprecher des <strong>Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger</strong> sagte dazu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Google Inhalte einfach zusammenfasst, verschwinden die Originalquellen. Das ist Gift für unabhängigen Journalismus – und am Ende für die Demokratie.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch international klingen die Warnungen ähnlich. <strong>Maria Ressa</strong>, philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin, erklärte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ohne Regeln wird KI zur größten Desinformationsmaschine, die wir je gesehen haben. Sie bedroht freie Wahlen auf der ganzen Welt.“</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit: Ein globaler Chor der Skepsis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ob „stilles Album“, Hollywood-Streiks, Hungerstreiks, Anti-Überwachungs-Petitionen oder Umweltproteste: Der Widerstand gegen KI ist <strong>vielstimmig und international</strong>. Während Künstler:innen ihre Rechte verteidigen, warnen Bürgerrechtsgruppen vor Überwachung, und Umweltbewegungen kritisieren die gigantische Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland – und besonders Berlin-Brandenburg – steht mitten in diesem Diskurs. Die Proteste gegen Googles KI-Angebote, gegen Überwachung in Hamburg oder gegen Tesla in Grünheide zeigen, dass sich die globalen Debatten hierzulande in lokales Handeln übersetzen. KI ist längst nicht nur eine Frage der Technik, sondern ein gesellschaftlicher Konflikt, der weltweit auf den Straßen, in Gerichtssälen und in den Medien ausgetragen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen &amp; weiterführende Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>BasicThinking: <a href="https://www.basicthinking.de/blog/2025/08/25/technophobie-der-ki-widerstand-waechst/?utm_source=chatgpt.com">Technophobie – der KI-Widerstand wächst</a></li>



<li>Publishing Scotland: <a href="https://www.publishingscotland.org/2025/08/creative-industries-protest-european-commissions-ai-act-implementation/?utm_source=chatgpt.com">Creative industries protest EU’s AI Act implementation</a></li>



<li>AlgorithmWatch: <a href="https://algorithmwatch.org/de/50000-gegen-gesichtserkennung/?utm_source=chatgpt.com">50.000 gegen Gesichtserkennung</a></li>



<li>WeAct / Campact: <a href="https://weact.campact.de/petitions/stoppt-die-ki-uberwachung-in-hamburg?utm_source=chatgpt.com">Stoppt die KI-Überwachung in Hamburg</a></li>



<li>AA.com.tr: <a href="https://www.aa.com.tr/en/europe/protest-in-geneva-slams-ai-for-good-summit-over-big-techs-reported-role-in-gaza-war/3625487?utm_source=chatgpt.com">Protest in Geneva slams AI for Good Summit</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Gigafactory_Berlin-Brandenburg?utm_source=chatgpt.com">Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg – Proteste</a></li>



<li>Euronews: <a href="https://www.euronews.com/next/2025/07/23/tiktok-content-moderators-in-germany-strike-over-ai-taking-their-jobs?utm_source=chatgpt.com">TikTok-Moderator:innen in Deutschland streiken wegen KI</a></li>



<li>India Today: <a href="https://www.indiatoday.in/technology/news/story/activists-go-on-hunger-strike-outside-deepmind-office-demand-google-to-stop-making-ai-2783635-2025-09-08?utm_source=chatgpt.com">Hungerstreik vor DeepMind-Büros</a></li>



<li>The Guardian: <a href="https://www.theguardian.com/music/2025/sep/18/massive-attack-remove-music-from-spotify-to-protest-ceo-daniel-eks-investment-in-ai-military?utm_source=chatgpt.com">Massive Attack ziehen Musik von Spotify zurück</a></li>



<li>Stop Killer Robots: <a href="https://www.stopkillerrobots.org/?utm_source=chatgpt.com">Globale Kampagne gegen autonome Waffensysteme</a></li>



<li>Deutschlandfunk: <a href="https://www.deutschlandfunk.de/medien-allianz-geht-gegen-googles-ki-zusammenfassungen-vor-104.html?utm_source=chatgpt.com">Medien-Allianz geht gegen Googles KI-Zusammenfassungen vor</a></li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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