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	<title>Machtkonzentration Archive - Kunst &amp; KI</title>
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	<description>Zwischen Inspiration und Irritation</description>
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	<title>Machtkonzentration Archive - Kunst &amp; KI</title>
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		<title>Skynet als Geschäftsmodell?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 17:19:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum die Warnungen der KI-Industrie vor ihren eigenen Produkten eine unbequeme Frage aufwerfen: Wer profitiert, wer zahlt und wer trägt die Verantwortung?: Die Warnung klang wie aus einem Science-Fiction-Roman. Das KI-Unternehmen Anthropic warnte jüngst vor der Möglichkeit einer rekursiven Selbstverbesserung künstlicher Intelligenz – also vor Systemen, die künftig an der Entwicklung ihrer eigenen Nachfolger mitwirken [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Warum die Warnungen der KI-Industrie vor ihren eigenen Produkten eine unbequeme Frage aufwerfen: Wer profitiert, wer zahlt und wer trägt die Verantwortung?:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung klang wie aus einem Science-Fiction-Roman. Das KI-Unternehmen Anthropic warnte jüngst vor der Möglichkeit einer rekursiven Selbstverbesserung künstlicher Intelligenz – also vor Systemen, die künftig an der Entwicklung ihrer eigenen Nachfolger mitwirken könnten. In den Medien war schnell von „Skynet-Szenarien“ die Rede. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen Berichten zufolge seinen Börsengang vor. Die Botschaft an Öffentlichkeit und Investoren lautet damit sinngemäß: Unsere Technologie ist so bedeutend, dass sie die Welt verändern könnte – und so mächtig, dass sie möglicherweise kontrolliert werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier beginnt das eigentliche Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Diskussion über KI wird derzeit von zwei scheinbar widersprüchlichen Erzählungen geprägt. Auf der einen Seite stehen die großen Verheißungen: Produktivitätssprünge, medizinische Durchbrüche, wissenschaftliche Revolutionen und milliardenschwere neue Märkte. Auf der anderen Seite warnen dieselben Unternehmen vor Kontrollverlust, gesellschaftlichen Verwerfungen und Risiken, deren Ausmaß niemand seriös abschätzen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist eine bemerkenswerte politische und gesellschaftliche Schieflage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Bürger in vielen westlichen Ländern mit Verweis auf Klimaschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu Verhaltensänderungen angehalten werden, investiert die KI-Branche gleichzeitig gigantische Summen in Rechenzentren, Infrastruktur und Stromversorgung. Der Energiebedarf moderner KI-Systeme steigt rasant. Die größten Technologieunternehmen der Welt sichern sich zunehmend Zugriff auf Stromnetze, Rechenkapazitäten und teilweise sogar auf eigene Energieprojekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr nur, was KI kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage lautet: Wer entscheidet eigentlich darüber, welches Risiko eine Gesellschaft akzeptieren soll – und für welchen erwarteten Nutzen?</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Technologie mit unbekanntem Ziel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders auffällig ist die Unsicherheit, die die gesamte Debatte durchzieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anthropic-CEO Dario Amodei erklärte bereits 2024 gegenüber dem Magazin Time:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;The world is not ready for what is coming.&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussage wurde vielfach zitiert und steht exemplarisch für den Ton vieler KI-Debatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch OpenAI-Chef Sam Altman formulierte bereits 2023 gegenüber dem US-Senat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;My worst fears are that we cause significant harm to the world.&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind bemerkenswerte Aussagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn selten in der Geschichte wurden Technologien gleichzeitig mit solch weitreichenden Versprechen und solch weitreichenden Warnungen beworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise wird eine neue Technologie eingeführt, weil ihr Nutzen relativ klar erscheint. Das Auto erleichterte Mobilität. Elektrizität ermöglichte industrielle Entwicklung. Das Internet beschleunigte Kommunikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei künstlicher Intelligenz hingegen entsteht zunehmend der Eindruck, dass selbst die Entwickler nicht genau wissen, wohin die Reise führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet nicht, dass KI nutzlos wäre. Bereits heute gibt es sinnvolle Anwendungen in Medizin, Forschung, Softwareentwicklung oder Verwaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Größenordnung der versprochenen Revolution steht bislang in keinem klaren Verhältnis zu den bekannten Risiken und Kosten.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum plötzlich von „Skynet“ die Rede ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff „Skynet“ stammt aus der Terminator-Filmreihe. Dort entwickelt das militärische KI-System Skynet ein eigenes Bewusstsein, entzieht sich menschlicher Kontrolle und beginnt einen Krieg gegen die Menschheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich behauptet heute niemand ernsthaft, dass ein solches Szenario unmittelbar bevorsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff wird jedoch als Metapher verwendet, wenn über sogenannte rekursive Selbstverbesserung gesprochen wird. Gemeint sind KI-Systeme, die bei der Entwicklung leistungsfähigerer Nachfolgemodelle helfen und dadurch einen sich selbst verstärkenden Innovationsprozess in Gang setzen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau vor einem solchen Szenario warnen einige KI-Forscher. Nicht, weil sie morgen mit Killerrobotern rechnen, sondern weil sie befürchten, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit irgendwann schneller wachsen könnte als die Fähigkeit von Politik, Gesellschaft und Aufsichtsbehörden, die Technologie noch wirksam zu kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade hier entsteht ein bemerkenswerter Widerspruch:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieselben Unternehmen, die vor solchen Risiken warnen, investieren gleichzeitig Milliarden in die Beschleunigung genau dieser Entwicklung.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die eigentliche Gefahr heißt Machtkonzentration</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die öffentliche Diskussion konzentriert sich häufig auf spektakuläre Szenarien einer außer Kontrolle geratenen Superintelligenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei liegt eine viel realistischere Gefahr womöglich ganz woanders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nämlich in der Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau moderner KI-Systeme erfordert enorme Investitionen. Nur wenige Unternehmen verfügen über die finanziellen Mittel, die Rechenleistung und die Datenmengen, um an der Spitze des Wettbewerbs mitzuspielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch entsteht ein Oligopol aus wenigen globalen Akteuren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unternehmen entwickeln die Technologie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie betreiben die Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie prägen die öffentliche Debatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sie formulieren gleichzeitig die Warnungen vor den Risiken ihrer eigenen Produkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau darin liegt ein demokratisches Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Frage, wie viel Risiko eine Gesellschaft akzeptiert, sollte nicht allein von denjenigen beantwortet werden, die wirtschaftlich von diesem Risiko profitieren.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Verantwortungslücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein weiteres Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn man die dystopischen Vorstellungen einer rebellierenden Superintelligenz für übertrieben hält, bleibt die Frage der Verantwortung ungelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer trägt die Verantwortung, wenn KI-Systeme künftig wissenschaftliche Forschung beschleunigen, Entscheidungen vorbereiten oder sogar Teile ihrer eigenen Weiterentwicklung übernehmen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Juristisch ist die Antwort einfach: Unternehmen und Betreiber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch wird die Lage schwieriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Systeme immer komplexer werden und selbst Experten nicht mehr vollständig nachvollziehen können, wie bestimmte Ergebnisse zustande kommen, entsteht eine Verantwortungslücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen bleiben formal verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faktisch verstehen sie die Entscheidungsprozesse jedoch möglicherweise nicht mehr vollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge wäre keine Maschinenherrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge wäre eine schleichende Erosion menschlicher Kontrolle.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Energie-Widerspruch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird die gesellschaftliche Spannung beim Thema Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politik und Öffentlichkeit diskutieren seit Jahren über CO₂-Fußabdrücke, Energieeinsparungen und Verhaltensänderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wächst der Strombedarf der KI-Industrie in einem Ausmaß, das vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Befürworter argumentieren, dass der Nutzen dies rechtfertigen werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kritiker halten dagegen, dass dieser Nutzen bislang weitgehend auf Erwartungen beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier entsteht ein offensichtlicher Widerspruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Bürgern wird verlangt, heute Belastungen zu akzeptieren, um zukünftige Klimarisiken zu reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Gesellschaft wird gleichzeitig erwartet, heute enorme Investitionen und Ressourcenverbräuche zu akzeptieren, um mögliche zukünftige KI-Vorteile zu realisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Fällen handelt es sich um Wetten auf die Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied besteht darin, dass die wirtschaftlichen Gewinner der KI-Revolution bereits bekannt sind, während ihre gesellschaftlichen Gewinner bislang weitgehend hypothetisch bleiben.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Technikfeindlichkeit, sondern Technikfolgenabschätzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik an dieser Entwicklung ist keineswegs technikfeindlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade weil KI potenziell enorme Auswirkungen haben könnte, wäre eine breite gesellschaftliche Debatte notwendig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur über technische Risiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern über Eigentum, Kontrolle, Haftung, Transparenz und demokratische Legitimation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer entscheidet über den Einsatz solcher Systeme?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer profitiert von Produktivitätsgewinnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer trägt die Risiken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und welche Grenzen sollen gelten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen sind wichtiger als jede Spekulation über „Skynet“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die wahrscheinlichsten Konflikte der kommenden Jahre werden nicht zwischen Menschen und Maschinen stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie werden zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessen stattfinden.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Die eigentliche Bewährungsprobe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die KI-Branche befindet sich an einem Wendepunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht erleben wir tatsächlich den Beginn einer technologischen Revolution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht erleben wir aber auch eine Phase übersteigerter Erwartungen, die in einigen Jahren deutlich nüchterner bewertet werden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beides ist möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb sollte Vorsicht kein Hindernis für Innovation sein, sondern ihre Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer von der Gesellschaft verlangt, gewaltige Investitionen, steigenden Energieverbrauch und tiefgreifende Veränderungen zu akzeptieren, muss mehr liefern als Zukunftsvisionen und Marketingbotschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er muss nachvollziehbar erklären können, warum die Risiken beherrschbar sind, wie die Gewinne verteilt werden und wer die Verantwortung trägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, ist Skepsis kein Ausdruck von Technikfeindlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist Ausdruck demokratischer Vernunft.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Links</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Heise: „Skynet-Szenario: Anthropic warnt vor KI, die sich selbst entwickelt“<br><a href="https://www.heise.de/news/Skynet-Szenario-Anthropic-warnt-vor-KI-die-sich-selbst-entwickelt-11319846.html">https://www.heise.de/news/Skynet-Szenario-Anthropic-warnt-vor-KI-die-sich-selbst-entwickelt-11319846.html</a></li>



<li>Anthropic – Forschung zu rekursiver Selbstverbesserung<br><a href="https://www.anthropic.com">https://www.anthropic.com</a></li>



<li>Time Magazine – Interview mit Dario Amodei<br><a href="https://time.com">https://time.com</a></li>



<li>US-Senat: Anhörung von Sam Altman (2023)<br><a href="https://www.judiciary.senate.gov">https://www.judiciary.senate.gov</a></li>



<li>Finanzen.net: „KI-Blase vor dem Platzen? Diese vier Gefahren bedrohen den Mega-Boom“<br><a href="https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/risiken-fuer-den-hype-ki-blase-vor-dem-platzen-diese-vier-gefahren-bedrohen-den-mega-boom-00-15723132">https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/risiken-fuer-den-hype-ki-blase-vor-dem-platzen-diese-vier-gefahren-bedrohen-den-mega-boom-00-15723132</a></li>



<li>Reuters: Berichte zur IPO-Einreichung von Anthropic<br><a href="https://www.reuters.com">https://www.reuters.com</a></li>



<li>AP News: Diskussion über KI-Sicherheitsmechanismen und Regulierung<br><a href="https://apnews.com">https://apnews.com</a></li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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			</item>
		<item>
		<title>Künstliche Intelligenz – Innovation oder nächste Blase?</title>
		<link>https://kunstundki.de/2025/09/12/kuenstliche-intelligenz-innovation-oder-naechste-blase/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2025 20:01:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Hütchenspielern, Poeten und Kybernetikern: Kaum ein Thema hat in den letzten Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie die Künstliche Intelligenz (KI). Sprachmodelle wie ChatGPT, Bildgeneratoren oder Automatisierungssysteme werden als revolutionäre Technologien gefeiert, die unsere Arbeitswelt und Gesellschaft tiefgreifend verändern sollen. Doch die Euphorie wird zunehmend von kritischen Stimmen begleitet: Handelt es sich bei [&#8230;]</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Von Hütchenspielern, Poeten und Kybernetikern:</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum ein Thema hat in den letzten Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie die Künstliche Intelligenz (KI). Sprachmodelle wie ChatGPT, Bildgeneratoren oder Automatisierungssysteme werden als revolutionäre Technologien gefeiert, die unsere Arbeitswelt und Gesellschaft tiefgreifend verändern sollen. Doch die Euphorie wird zunehmend von kritischen Stimmen begleitet: Handelt es sich bei der KI-Welle tatsächlich um den Beginn einer neuen industriellen Revolution – oder um eine Blase, die bald platzen könnte?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Produktivitätseffekte: viel Hoffnung, wenig Realität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Studien, u. a. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zeigen: Die realwirtschaftlichen Effekte von KI sind bislang überschaubar. Unternehmen setzen KI derzeit vor allem in klar abgegrenzten Routinebereichen ein, etwa bei Standardanfragen im Kundenservice oder in der Datenanalyse. Dort lassen sich durchaus Einsparungen erzielen. Doch sobald es um komplexere Aufgaben geht, überwiegt der Aufwand der <strong>Qualitätssicherung</strong>: Halluzinationen, fehlerhafte Ergebnisse und rechtliche Unsicherheiten führen dazu, dass Menschen weiterhin intensiv kontrollieren und korrigieren müssen. Ein durchschlagender Produktivitätseffekt bleibt aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energiehunger und Nachhaltigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem ist der enorme Energieverbrauch. Große Sprachmodelle benötigen für Training und Betrieb gewaltige Rechenressourcen. Prognosen gehen davon aus, dass Rechenzentren bis 2030 bis zu 8 % des weltweiten Stromverbrauchs verursachen könnten. Damit droht KI nicht nur, bestehende Nachhaltigkeitsziele zu konterkarieren, sondern verschärft auch die Abhängigkeit von hochspezialisierten Infrastrukturen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückschläge in Unternehmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar setzen viele Firmen auf KI, doch erste Rückschläge zeigen die Grenzen deutlich auf. So hatte der Zahlungsanbieter Klarna Hunderte Mitarbeiter durch KI ersetzt, rudert aber inzwischen zurück, da die Qualität der Ergebnisse nicht ausreichte. Auch in der Verwaltung führen neue KI-Systeme häufig nicht zu Entlastung, sondern zu Mehrarbeit durch zusätzliche Schnittstellen und Prüfungen. Die viel beschworene Effizienzsteigerung lässt bislang auf sich warten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Parallelen zur Dotcom-Blase</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussionen erinnern stark an die Dotcom-Ära um die Jahrtausendwende: Damals wie heute existiert eine enorme Diskrepanz zwischen <strong>Unternehmensbewertungen</strong> und <strong>realwirtschaftlichen Erträgen</strong>. Milliarden fließen in KI-Startups, die zum Teil noch kein tragfähiges Geschäftsmodell vorweisen können. Die Gefahr einer Überhitzung des Marktes ist offensichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Parallelen greifbar zu machen, haben wir eine Infografik erstellt: </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-1024x614.png" alt="" class="wp-image-400" srcset="https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-1024x614.png 1024w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-300x180.png 300w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-768x461.png 768w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-50x30.png 50w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-1600x960.png 1600w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-1536x922.png 1536w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_vs_ki_hype-2048x1229.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Auswertung der Infografik</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Unternehmensbewertungen</strong>: Sowohl in der Dotcom-Ära als auch heute im KI-Sektor extrem hoch – aktuell sogar noch ausgeprägter.</li>



<li><strong>Reale Umsätze und Produktivitätseffekte</strong>: In beiden Fällen vergleichsweise gering. Trotz Investitionen zeigen sich kaum messbare Fortschritte.</li>



<li><strong>Medienhype</strong>: Dotcom wie KI wurden und werden von einer starken öffentlichen Euphorie begleitet.</li>



<li><strong>Nachhaltige Geschäftsmodelle</strong>: Erst die Zeit wird zeigen, welche Player überleben. Während aus der Dotcom-Blase am Ende Google, Amazon &amp; Co. hervorgingen, ist bei KI noch offen, welche Unternehmen den Sprung schaffen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infografik verdeutlicht: Die Parallelen sind frappierend – und sie mahnen zur Vorsicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Krypto-Parallelen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zur Kryptowährungsblase lassen sich zahlreiche Parallelen ziehen. 2017 und 2021 stiegen die Bewertungen von Bitcoin und zahllosen Altcoins ins Unermessliche – oft ohne realwirtschaftlichen Nutzen. Ähnlich wie bei KI spielte die Angst, „den nächsten großen Trend zu verpassen“, eine zentrale Rolle. Während Krypto vor allem als spekulatives Finanzprodukt galt, ist KI stärker in Unternehmen und Verwaltung eingebettet. Doch das Muster der <strong>Übertreibung, Intransparenz und regulatorischen Unsicherheit</strong> ist nahezu identisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Dreier-Konstellation darzustellen, haben wir eine zweite Infografik ergänzt:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-1024x614.png" alt="" class="wp-image-401" srcset="https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-1024x614.png 1024w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-300x180.png 300w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-768x461.png 768w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-50x30.png 50w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-1600x960.png 1600w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-1536x922.png 1536w, https://kunstundki.de/wp-content/uploads/2025/09/dotcom_ki_krypto_hype-2048x1229.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Gesellschaftliche Risiken und Machtkonzentration</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn am Ende einige wenige Unternehmen die „KI-Revolution“ überleben und dominieren, bedeutet das nicht automatisch Fortschritt für die Gesellschaft. Im Gegenteil: Innovation ist nicht gleichzusetzen mit gesellschaftlichem Fortschritt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Privatsphäre</strong>: KI braucht enorme Datenmengen. Je zentralisierter die Datenmacht, desto größer das Risiko für Überwachung und Verlust der informationellen Selbstbestimmung.</li>



<li><strong>Einschränkung von Rechten</strong>: Von Urheberrechtsverletzungen durch ungefragte Nutzung kreativer Werke bis zu automatisierten Entscheidungen über Bewerbungen, Beförderungen oder Kündigungen.</li>



<li><strong>Monopolisierung</strong>: Nur wenige Unternehmen können sich die teuren Rechenressourcen und Infrastrukturen leisten. Das führt zu Oligopolen, die Standards diktieren.</li>



<li><strong>Ungleichheit</strong>: Gewinne konzentrieren sich bei den Plattformen und Investoren, während die breite Bevölkerung kaum profitiert. Auch global wächst die Kluft zwischen Norden und Süden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist klar: Innovation bedeutet nicht automatisch Fortschritt für die Menschheit. Entscheidend ist, wie Technologien reguliert, verteilt und eingesetzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Science zu Systemics – Heinz von Foerster und die Rolle der Kybernetik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heinz von Foerster hat schon früh darauf hingewiesen, dass moderne Wissenschaft immer stärker zu einer <strong>Erzählmaschine</strong> wird. Nicht mehr die Realität selbst stehe im Zentrum, sondern die Frage: <em>„Wer erzählt die plausibelste Geschichte, von der alle sofort glauben: Das muss es gewesen sein?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Foerster unterschied zwischen <strong>Science</strong> – dem Trennen, Analysieren, Isolieren – und <strong>Systemics</strong> – dem Integrieren, Vernetzen, Verknüpfen. Während Science die Welt zerlegt, sieht Systemics sie als dynamisches, selbstorganisierendes Ganzes. Kybernetik und Systemtheorie wurden zu Grundlagen, die uns bis heute begleiten: Rückkopplung, Selbstreferenz, Emergenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier liegt die Verbindung zur KI: Sprachmodelle und neuronale Netze sind keine „Wahrheitsmaschinen“, sondern <strong>Kohärenzmaschinen</strong>. Sie erzeugen Texte und Bilder, die <em>plausibel wirken</em> – unabhängig davon, ob sie faktisch korrekt sind. In diesem Sinn ist KI selbst Ausdruck von Systemics: Sie integriert, verbindet, produziert Narrative.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Realität? – Wo ist die Realität, wo haben Sie die? Heute geht es nicht mehr um Wahrheit, sondern darum: Wer erfindet eine lustige, amüsante und interessante Geschichte, von der jeder sofort glaubt: </strong><em><strong>Das muss es gewesen sein.</strong></em><strong>“</strong><br>– Heinz von Foerster</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt, warum KI so empfänglich für Hype und Blasen ist: Sie liefert keine Realität, sondern Geschichten. Gesellschaft, Medien und Märkte nehmen diese Geschichten auf, glauben daran – und verstärken sie. Kybernetik und Systemtheorie helfen, diesen Mechanismus zu verstehen: KI ist weniger ein Werkzeug der Wahrheit als ein Spiegel unserer Sehnsucht nach Sinn und Ordnung in einer komplexen Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meta-Reflexion: Von Hütchenspielern zu Poeten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Muster des Hypes – Übertreibung, &#8222;die Angst, etwas zu verpassen&#8220;, Narrativbildung – erinnern nicht nur an ökonomische Blasen, sondern auch an die Mechanismen von Hütchenspielern und Strukturvertrieben. Heinz von Foerster hat dies zugespitzt: Aus Wissenschaftlern werden Erzähler, Poeten und Schauspieler, die Geschichten entwerfen, die wir für Realität halten wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit schließt sich der Kreis: KI ist weniger ein neutrales Werkzeug, sondern Teil einer kulturellen und ökonomischen Bühne. Ob wir diese Bühne für Täuschung und Machtkonzentration nutzen – oder für neue Formen der Kreativität und Zusammenarbeit – liegt nicht in der Maschine selbst, sondern in den Händen der Gesellschaft.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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